Nachrichten-Archiv (Seite 1)
Am Donnerstag, den 9. September 2010 ging ein Aufatmen durch die Reihen derer, die Finanzierungen jedweder Art - nicht nur Hypotheken - zu bedienen haben. Die Zentralbank hat angesichts der noch nicht richtig anspringenden Konjunktur und vor dem Hintergrund des starken Randes in Verbindung mit einer derzeit sehr niedrigen Inflationsrate nachgegeben und die Leitzinsen nach unten korrigiert.
Der Sprung um 50 Basispunkte beim Rediskontsatz von 6,5% auf 6% bedeutet in Südafrika nunmehr einen Leitzins von unter 10%, nämlich 9,5%, der damit auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren ist.
Wahrscheinlich ist es, weil sich die südafrikanischen Banken dummund dämlich verdienen ohne irgendwelchen Service zu leisten, dass sich die internationalen Giganten für Einküfe in diese interessieren.
Offiziell, so der CEO von HSBC Michael Geoghegan, ist der afrikanische Kontinent nach Rohstoffen auch im Finanzsektor ein Muss im Portfolio der industrialisierten "ersten" Welt.
Alässlich eine Rede vor dem "think-tank" de Chatham House in London, rutschte ihm die Absicht heraus, 70% der Anteile an Nedbank zu übernehmen, um einen realistischen Brückenkopf nach Afrika zu haben.
Damit folgt er dem Vorbild von Barclays Bank, die sich die Mehrheit an ABSA sicherten und der International Commercial Bank of China (ICBC), der mittlerweile 20% von Standard Bank gehören.
Da auch die anderen Übernahmen keine Serviceverbesserung oder Gebührensenkung herbeigeführt haben, wird sich auch bei dieser Übernahme für den gebeutelten und betrogenen Endkunden vermutlich wieder nichts ändern.
Nur Wenige erinnern sich an die Mitte der Achtziger Jahre, als die Inflationsrate Afrika-weit bei über 20% stand. In der Folgezeit übernahm Trevor Manuel das Ruder als Finanzminister und die Inflationsrate nahm ab.
Die Regierung setzte sich damals einen Korridor als Ziel, die Inflationsrate zu jeder gegebenen Zeit zwischen 3% und 6% zu halten.
Die jüngsten Zahlen zeigen eine Inflationsrate in Südafrika von 3,8%, nahezu 1% niederiger als noch vor kurzer Zeit vorhergesagt, während die Zinsen für Regierungsanleihen zwischen 7% und 8% liegen; eine schöne Realverzinsung daher!
Der Schlüssel zur weiteren Entwicklung liegt bei zwei Faktoren: Globale Umstände und die Entwicklung des südafrikanischen Randes. Während auf erstere weder Einfluss genommen werden kann, noch Vorhersagen eingefordert werden können, ist letztere vor allem von Kapitalzuflüssen in die Republik abhängig.
Hier sollte sich kurzfristig der Rand halten, wenn nicht noch stärker werden, der Marketing Erfolg durch die WM 2010 zieht nämlich bereits die ersten Grossinvestoren an!
Danach könnte die Inflationsrate sogar um ein weiteres Prozent sinken, die Anleihenzinsen um 1% - 3%, während die Leitzinsen damit das Potenzial bekommen, um ein weiteres Prozent (von 10% auf 9%) noch dieses Jahr gekürzt zu werden.
Daumen drücken und durch, eigene Zielsetzungen sind - unabhägig vom globalen Zirkus - möglich und erwünscht!!
Nachdem auch die letzten Versuche einer Einigung zwischen den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und der Regierung gescheitert sind, begann heute der Generalstreik. Da es sich bei den betroffenen 1,3 Mio. Personen überwiegend nicht um Beamte handelt, dürfen diese tatsächlich in den (unbezahlten!) Streik treten und drohen damit den frischen Wirtschaftstrend zu bremsen.
Lehrer, Krankenschwestern und Verwaltungsbedienstete streiken für eine Lohnerhöhung von 8,6% und R 1 000 Wohnungsgeld, wogegen die regierung lediglich 7% Erhöhung und R 700 Wohnungsgeld angeboten hat.
Auch diese Forderungen, wie bereits bei anderen Gewerkschaften laufen Gefahr, die Ursache für eine Steigerung der Inflationsrate zu werden, was sich seinerseits wieder nachteilig auf das Leitzinsniveau auswirken kann und damit jeden trifft.
Auch die Schüler sind besonders betroffen, denn nach der WM-bedingten Zwangspause von fünf Wochen im Juni / Juli verbleibt nunmehr wenig Zeit zur Vorbereitung auf die Schulabschlüsse; ein weiterer blinder Schlag der Gewerkschaften gegen die eigenen Gebote, Ausbildung sicherzustellen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht eine junge Mehr-Parteien-Demokratie die am Wochenende verabschiedete Fusion der beiden politischen Parteien Democratic Alliance (DA) unter der Führung der charismatischen Premerministerin des Westkaps, Helen Zille, und Patricia de Lilles Independant Democrats (ID).
Der sinkende Stern der ID hat sicherlich dazu beigetragen, die noch verbleibenden Parteimitglieder unter das Dach der DA zu bringen,nicht unbedingt um dieser Hoffnung auf ein deutlich verändertes Wahlergebnis bei den kommenden Wahlen 2014 zu machen.
Diese Fusion ist nur ein erster Schritt, kleinere Parteien aus dem Oppositionslager des übermächtigen ANC in ein starkes Lager zu überführen. Aus informierten Quellen ist daher zu hören, dass bereits Gespräche mit der UDM unter Banthu Holomisa sowie der jüngsten Abspaltungspartei des ANC, COPE, unter Führung von Lekota verhandelt wird.