Nachrichten-Archiv (Seite 2)
Die Nationalversammlung des Parlaments hat heute nur aufgrund der Mehrheit des ANC das umstrittene Gesetz zum Schutz von Staatsinformationen (Protection of State Information Bill) gebilligt.
Alle Oppositionsparteien stimmten - nicht nur wegen der fraglichen Verfassungsmässigkeit - gegen den Gestzesentwurf. Das Gesetz muss nun kommendes Jahr durch den National Council of Provinces (Provinzvertretung vergleichbar einem Bundesrat) bevor es ratifiziert und in Kraft treten kann.
Das Gesetz kriminalisiert den Besitz und die Veröffentlichung von geheimen Informationen und kann mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet werden, wenn ein Spionagehintergrund nachgewiesen wird.
Die Hauptkritik richtet sich gegen die fehlende Ausnahme für Journalisten (wie in Kanada) und die Kritiker sehen darin den ersten Schritt weg von der Demokratie.
In der letzten Sitzung der Zentralbank in Südafrika hatte Gil Marcus, Zentralbank Gouverneurin, keine leichte Wahl. Die Infaltuionsrate bewegt sich weiter und unerbitterlich in Richtung oberes Ende des vom Finanzministerium gesetzten Zielkorridores von 3% - 6% und zeigt mit derzeit 5,5% erste Anzeichen eines Ausbrechens aus diesem Korridor.
Darüber hinaus treibt die gegenwärtige Randschwäche den Preis für importierte Waren und Dienstleistungen gewaltig nach oben, was sich ebenfalls auf die Inflation negativ auswirken wird; und das alles vor einem Hintergrund eines extrem schwachen Wirtschaftswachstums von nur 1,3% im zweiten Quartal 2011.
Dennoch kam es nicht zur mutigsten Entscheidung, die Zinsen zu senken, aber zumindest zu der Entscheidung die Repo Rate (Rediskontsatz) unverändert bei 5,5% zu lassen, was zu einem Leitzinssatz von 9% führt.
Die Veröffentlichung der aktuellen Wirtschaftsdaten durch das statistische Bundesamt in Südafrika sorgte vergangenen Dienstag für eine Überraschung. Entgegen den Voraussagen von Wirtschaftsexperten, die ein Wirtschaftswachstum von 4,2% vorhergesagt hatten, bewies die Wirtschaft deutlich mehr Dynamik.
Mit 4,8% Wirtschaftswachstum im vergangenen Quartal führt Südafrika seinen wirtschaftlichen Erfolgskurs konsequent weiter, sicherlich nicht ohne Dank an die Finanzpolitik mit Augenmass von Zentralbankgoverneurin Gill Marcus.
Steigende Nachfragen - im In- wie im Ausland - quer durch alle Sektoren gaben genug Anreiz auch für die Hersteller die Produktionen tüchtig hochzuschrauben. Das gleichbeleibende niedrigste Zinsniveau seit 30 Jahren unterstützen diese Tendenzen ebenso wie ein nicht zu starker Rand.
Pravin Gordhan wird seine Wirtschaftsprognosen für die kommenden Quartale nun nach oben anpassen dürfen, sehr zur Freude alle derer, die sich der Erfüllung des National Growth Plans verschrieben haben.
Am 18. Mai 2011 waren die südafrikanischen Wähler aufgerufen ihre Gemeinderäte und Parteien zu wählen. In den letzten Gemeindewahlen 2006 sicherte sich der ANC noch 64,8% aller Sitze während die DA mit 16% zweitstärkste Kraft war und von der IFP mit 7,8% gefolgt wurde.
In den jüngsten Wahlen bei gutem Wetter und hoher Wahlbeteiligung konnte der ANC weiter seine Mehrheit behalten, verlor aber erstmalig Wahlbezirke in Gauteng und dem Eastern Cape und wurde im Western Cape vernichtend durch eine extrem gestärkte DA geschlagen.
Dem ANC gelang is im Western Cape nur Beaufort West für sich zu gewinnen, alle anderen Wahlbezirke fielen an die DA oder haben keine klare Mehrheit.
Die DA verbesserte sich landesweit auf knapp 22% während der ANC mit gut 62% hinter seinem vergangenen Ergebnis zurückliegt.
Nach einer von Ernst & Young veröffentlichten Studie erhielt Afrika im letzten Jahr nur 4,5% der ausländischen Direktinvestitionen, obwohl Afrika eines der Länder mit der höchtsten Wachstumsrate und dem höchsten Investitionsrendite weltweit ist.
Die Studie kam zum Ergebnis, dass Südafrika das attraktivste afrikanische Land sei, um Geschäfte zu machen. 3/4 der ausländischen Investitionen zwischen 2003 und 2010 betrafen nur10 afrikan-ischen Ländern, von denen Südafrika mit 15% den Hauptanteil erhielt. Die Auffassung der Investoren hinsichtlich der Attraktivität des Gebiets auf dem Kontinent wurden beeinflusst von den jeweiligen Heimatländern sowie der kulturellen und historischen Affinität. Südafrikaner waren sich ihrer Sache sicherer als andere englisch sprechende Afrikanische Länder.
Der Rohstoffindustrie wurde für die nächsten Jahren das größte Wachstumspotential prognostiziert. Weitere attraktive Investitionsmöglichkeiten sind der Tourismus (15%), Kosumgüter (15%), das Baugewerbe (14%), Telekommunikation (13%) und Finanzdienstleistungen (9%). Afrikas Anziehungskraft für ausländische Investoren wuchs deutlich. 43% denken in Zukunft in dieser Region zu investieren.