Nachrichten-Archiv (Seite 5)
Der südafrikanische Rand ist weiterhin stark, aber nicht so stark wie er derzeit gehandelt wird. Grund für die jüngsten Rekorde im Wechselkurs gegenüber dem US Dollar und dem Euro sind vor allem die Schwächeanfälle des Euro.
Das rettungspaket für Griechenland sorgte für die ersten Dämpfer, das Paket der EU zur Hilfe Irlands und Deutschlands Involvierung haben den Euro aber nachhaltig unter Druck gebracht.
Mit Kursen von knapp über 9 Rand zum Euro und um die R 6,80 für den US Dollar wird Südafrika als Reiseziel schnell vergleichsweise teuer und die Exporteure beginnen sich bereits jetzt zu beklagen, dass ihre Produkte auf dem Weltmarkt kaum noch konkurrenzfähig sind, wenn es um allgemeine Preisvergleiche geht.
Im Lichte des weiter starken Randes wie auch der niedrigsten Inflationsrate seit Jahrzehnten hat sich der Zentralbankrat unter dem Vorsitz von Gill Marcus am Donnerstag dazu entschlossen die Leitzinsen in Südafrika erneut zu senken.
Der Rediskontsatz wurde von 6% auf 5,5% gesenkt, womit der Diskontsatz in Südafrika damit von 9,5% auf 9% reduziert.
Die Zinssenkung wurde weitestgehend positiv begrüsst und insbesondere der angeschöagene Immobilienmarkt hofft von dieser Entwicklung zu profitieren.
Kaum eine Woche vor der nächsten Sitzung des Zentralbankrates hinsichtlich einer Veränderung der gegenwärtigen Leitzinsen sehen es Analysten als immer wahrscheinlicher dass der Leitzins um einen halben Prozentpunkt gesenkt wird. Dies würde bedeuten das der Rediskontsatz auf 5,5% und der Diskontsatz auf 9% fallen würden.
Grund für diese Prognose sind weitere Verluste auf dem Arbeitsmarkt und eine damit weiter steigende Arbeitslosigkeit, die Stärke des Randes gegenüber dem US Dollar sowie die Notwendigkeit die finanztechnische Umgebung für die neue Nationale Wachstumsstrategie zu schaffen (siehe Bericht im IBN Newsletter 10/2010).
Man darf gespannt sein!
Finanzminister Pravin Gordhan stellte heute sein Mid-Term Haushalt für Südafrika vor und kam mit überwiegend positiven Nachrichten.
Neben der Feststellung dass sich das Ausgabenverhalten der Provinzen deutlich verbessert hat und das Staatseinkommen stieg während die Staatsausgaben auch insgesamt zurückgegangen sind, war vor allem der aktuelle Stand des Haushaltsdefizits "good news". Entgegen eines erwarteten Defizits von 7,3% liegt das Haushaltsdefizit derzeit bei "nur" 6,7% des Bruttosozialprodukts. Damit aber immernoch deutlich schlechter als 1% in 2008/2009!!
Etwas überraschend kam die Nachricht über eine weitere Lockerung der Devisenbeschränkungen. Während Gordhan wenige Minuten vorher noch bekräftigte, den Rand nicht absichtlich zu schwächen und damit die Unabhängiugkeit der Zentralbankpolitik unterstrich, verkündete er nun dass die Travel Allowance pro Person auf R 1 Mio. pro Jahr erhöht wird und Südafrikaner pro Jahr (!) R 4 Mio. im Ausland investieren dürfen. Sicherlich eine Nachricht die den Rand früher in einen Abwärtstaumel getriben hätte, diesmal verlor er aber gerade einmal gut 1%.
Weitere Informationen über und Analysen des Mid-Term Haushalts finden Sie in der kommenden Ausgabe des IBN Newsletter.
Die Inflationsrate beim Konsumentenpreisindex hat sich weiter verlangsamt. Das statistische Bundesamt Südafrikas veröffentlichte gestern aktualisierte Zahlen, die die Inflationsrate weiter im Sinkflut sehen. Die aktuelle Inflation liegt bei 3,5% nach bisher 3,7% und damit auf dem tiefsten Stand seit 4 Jahren.
Damit kann nicht nur erwartet werden, dass die Inflationsrate auch in den kommenden zwei Jahren im Zielkorridor zwischen 3% und 6% bleibt, sondern dass damit weiter Tür und Tor ofen sind für eine weitere Senkung der Zinsen. Der aktualle Satz liegt hier derzeit bei 9,5% (Diskont).
Ob eine weitere Zinssenkung bereits im November ansteht wird sich zeigen müssen, der Ausblick ist allerdings gut!